Zuschauernachricht
Donnerstag, 16. Juli 2009 17:02
Der Ausländerrat Dresden e.V. fällt im Großen und Ganzen ein positives Resümee der Gedenkveranstaltung vom 11. Juli 2009 anlässlich des Mordes der Ägypterin Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden.
Um dem Gedenken, den Gefühlen und der Trauer nach der Bluttat im Dresdner Landgericht einen Rahmen zu geben, hatte der Ausländerrat Dresden e.V. gemeinsam mit anderen Vereinen und Initiativen diese Gedenkveranstaltung initiiert, zu der etwa 1.500 Menschen sowie zahlreiche Medienvertreter aus der ganzen Welt erschienen.
„Wir sind sehr froh darüber, dass am Sonnabend so viele Dresdner gekommen sind, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.“, erklärt Sebastian Vogel, Vorsitzender des Ausländerrates Dresden e.V. „Bezüglich der Kritik, dass die Beteiligung durchaus hätte größer sein können, verweisen wir darauf, dass der Ruf nach einer veränderten Integrationspolitik und nach einem verstärkten Kampf gegen Rechtsextremismus nicht nur in Dresden laut und deutlich hörbar war.“
Wichtig ist nun jedoch, dass den eindringlichen Worten der Redner und dem Medienecho in aller Welt jetzt auch Taten folgen müssen, denn das eigentliche Problem des Rassismus in Dresden ist größer als behauptet und nicht durch beschönigende Worte wegzureden.„So lange auch nur ein einziger Mensch in einer Dresdner Straßenbahn oder an einer anderen Stelle dieser Stadt wegen seiner Hautfarbe oder dem Tragen eines Kopftuches beleidigt oder belästigt wird, haben wir in dieser Stadt ein prinzipielles Problem, denn in jedem dieser Fälle werden Menschenrechte beeinträchtigt.“
ergänzt Vogel.
Vor allem die Stadt darf nicht aus der Pflicht genommen werden. Deshalb intensiviert der Ausländerrat den notwendigen Dialog mit den Migrantengruppen und der Landeshauptstadt Dresden. Dazu wird es in den kommenden Tagen mehrere Treffen mit verschiedenen Dresdner Persönlichkeiten und Migrantenvereinen geben.Um das Gedenken aufrecht zu halten, wurde unter http://www.auslaenderrat.de/ar/marva.php ein digitales Kondolenzbuch eingerichtet, in dem die Bevölkerung der Familie des Opfers ihr Mitgefühl ausdrücken kann.
Der 1990 gegründete Ausländerrat Dresden e.V. setzt sich für die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund in Dresden ein. Ziel seiner Arbeit ist die Förderung der kulturellen, sozialen und politischen Integration von Migranten und der Stärkung ihrer Selbstvertretung. Das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) beherbergt eine Beratungsstelle für Migranten sowie die Räume des mobilen Beratungsprojektes für Flüchtlinge und die Kinder- und Jugendarbeit.
Mehr Informationen unter: www.auslaenderrat.de
Zuschauernachricht von Ausländerrat Dresden e.V.
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